Chorionzottenbiopsie

Da Kind und Mutterkuchengewebe genetisch von der gleichen Zelle abstammen erlaubt diese ambulant durchgeführte Punktion eine genetische Untersuchung des Kindes aus Chorionzotten (Gewebeanteile aus dem Mutterkuchen).

Die Chorionzottenbiopsie ist das Verfahren der Wahl um eine Untersuchung der kindlichen Chromosomen bereits in der Frühschwangerschaft durchzuführen und evtl. Störungen definitiv auszuschließen.

Nach gezielter Ersttrimesterdiagnostik und auffälligen Befunden ermöglicht die Chorionzottenbiopsie eine direkte genetische Abklärung. Der Anteil der Chorionbiopsie an den diagnostischen Punktionen ist daher in den Pränatalzentren in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Auch zur Abklärung seltener und nur molekulargenetisch erkennbarer Störungen wird die Chorionzottenbiopsie häufig eingesetzt.

Wie wird die Chorionzottenbiopsie durchgeführt ?

Unter Ultraschallsicht wird eine feine Nadel über die mütterliche Bauchdecke in das Chorion eingeführt und eine kleine Menge Chorionzotten (10-20 mg) aus dem Mutterkuchen entnommen. Mittels Ultraschall wird die gesamte Nadel während des Eingriffs dargestellt und somit eine Fehlpunktion ausgeschlossen. Nach dem Eingriff kontrollieren wir die Herzaktion des Kindes. Bei der Punktion gelangt die Nadel nicht in die Fruchthöhle. 

Der Eingriff dauert im Schnitt 30-45 Sekunden.  

Was erwartet Sie nach der Punktion ?

Im Regelfall dürfen Sie etwa 20 Minuten nach der Punktion die Praxis bereits wieder selbstständig verlassen. In den ersten Tagen nach dem Eingriff kann es zu einem leichten Ziehen im Unterbauch kommen, vergleichbar mit Mißempfindungen während der Periode. In den überwiegenden Fällen verläuft die Schwangerschaft nach dem Eingriff jedoch ohne diese vorübergehenden Probleme weiter.

Sollten erhebliche Schmerzen, eine stärkere Blutung oder eine erhöhte Körpertemperatur auftreten sollten Sie diese allerdings kurzfristig fachärztlich abklären lassen.

Wann erfahren Sie das Untersuchungsergebnis ?

Das Ergebnis für die Trisomien 21 (Down-Syndrom), 18 und 13 liegt im Normalfall bereits am Tag nach der Untersuchung vor und wird Ihnen von  Dr. Schulze und Fr. Dr. Javaher - www.humangenetik-hannover.de - mitgeteilt. Die Ergebnisse für seltenere genetische Störungen sowie evtl. gezielte molekulargenetische Untersuchungen benötigen im Regelfall etwa 2 Wochen.

Kann es sein, dass die Untersuchung wiederholt werden muß ?

In knapp  1% der Punktionen kann aufgrund von nicht eindeutigen Befunden eine erneute Punktion erforderlich sein. Diese wird dann häufig zu einem späteren Zeitpunkt als Fruchtwasserpunktion durchgeführt.

Wie hoch ist das Eingriffsrisiko ?

Das Risiko für eine Fehlgeburt ausgelöst durch eine Chorionbiopsie über die Bauchdecke liegt bei 0,2 % und ist gut vergleichbar mit dem Risiko einer Amniocentese (Fruchtwasserpunktion) in der 16. Schwangerschaftswoche. Sollte die Chorionbiopsie eine Fehlgeburt auslösen, passiert dies innerhalb von 3-5 Tagen nach der Punktion.

Eine Chorionbiopise führen wir in keinem Fall vor der abgeschlossenen 11. Schwangerschaftswoche durch, da hier das Risiko für Fehlbildungen der Finger und Zehen in einigen Studien als leicht erhöht beschrieben wird.

Ebenso führen wir aufgrund des höheren Eingriffsrisikos keine Chorionbiopsien durch Scheide und Gebärmutterhals durch (transzervikale Chorionbiopsie). 

Wünschen Sie einen Termin ? 0511/663064